KREIS HÖXTER


Labor bestätigt ersten Fall von Affenpocken im Kreis Höxter

03.08.2022 - Kreis Höxter

 Im Kreis Höxter ist ein erster Fall von Affenpocken gemeldet worden. Das teilt das Kreisgesundheitsamt mit. Infiziert ist eine Person mittleren Alters. Sie hat leichte Symptome und steht in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt des Kreises Höxter.

 

Die Infektion wurde durch einen Laborbefund nachgewiesen. Das Gesundheitsamt hat umgehend die vorgeschriebene 21-tägige häusliche Isolation angeordnet. Die Person infizierte sich offenbar außerhalb des Kreises Höxter.

 

Derzeit werden alle engen Kontakte der betroffenen Person ermittelt und informiert. Für sie besteht die Möglichkeit, sich in einer, für den Kreis Höxter zuständigen Schwerpunktpraxis in Bielefeld gegen die Affenpocken impfen zu lassen.

 

Eine Übertragung von Affenpocken-Viren von Mensch zu Mensch ist laut Robert Koch-Institut nur bei engem Kontakt möglich. In Deutschland sind mittlerweile in allen Bundesländern insgesamt mehr als 2.700 Affenpocken-Infektionen nachgewiesen worden.


Rücksicht macht Feldwege breiter

01.08.2022 - Kreis Höxter

Mit neuen Markierungen wirbt der Kreis Höxter gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer für gegenseitige Rücksichtnahme auf Wirtschaftswegen. Ein Netz von hunderten Kilometern an Feldwegen durchzieht den gesamten Kreis Höxter. Genutzt werden die Strecken vor allem vom land- und fortwirtschaftlichen Verkehr, um Felder oder Wälder zu erreichen.

 

Doch auch viele Radfahrer oder Fußgänger sind auf den Strecken unterwegs, da sie abseits der regulären Verkehrsstraßen oft durch malerische Natur führen. Mit neuen markierten Hinweisen auf asphaltierten Feldwegen, die auch als Radwege dienen, möchte der Kreis Höxter das Bewusstsein aller Verkehrsteilnehmer schärfen, aufeinander Rücksicht zu nehmen. 

 

Besonders jetzt im Sommer ist viel los auf den Feldwegen im Kreis Höxter. „Für die Landwirte ist Erntezeit. Traktoren und Erntefahrzeuge sind nahezu rund um die Uhr im Einsatz. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen das sonnige Wetter hingegen für Alltagswege oder Ausflüge mit dem Fahrrad“, erläutert Michael Werner, Leiter des Fachbereichs Umwelt, Bauen und Geoinformationen des Kreises Höxter. „Da kann es auf vielen Strecken schnell zu brenzligen Situationen kommen.“

Mit einer neuen Markierung möchte der Kreis deshalb für mehr Rücksicht unter allen Verkehrsteilnehmern werben. Das Bild zeigt einen Trecker- und einen Radfahrer, die einträchtig nebeneinander fahren und dazu den Schriftzug „Mit Rücksicht ist der Weg breit genug!“. „Das bedeutet in erster Linie auch, dass alle ihre Geschwindigkeit so anpassen, dass niemand gefährdet wird“, mahnt Fachbereichsleiter Werner.

 

Unterstützt wird die Aktion von der Landwirtschaftskammer. „Keinem Verkehrsteilnehmer gehören die Wege allein“, sagt Stefan Berens, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer in Brakel. „Alle müssen aufeinander Acht geben. Besonders in uneinsichtigen Kurven kann es schnell gefährlich werden.“

 

Als Schablone für die neue Markierung dient eine große Metallplatte, auf der das Piktogramm und der Schriftzug ausgefräst sind. Mitarbeiter der Kreisbauhöfe bringen darauf eine spezielle Farbe auf. 

 

„Wir hoffen, dass wir alle Verkehrsteilnehmer auf den Wegen so etwas sensibilisieren können“, sagt Fachbereichsleiter Werner. „Schließlich erhöht die gegenseitige Rücksichtnahme für alle die Verkehrssicherheit.“


Kuh war in die Nethe geraten und saß im Schlamm fest

28.07.2022 - Bruchhausen

Am Nachmittag des 27.7.2022 wurde die Feuerwehr Borgentreich in den Ort Bruchhausen (Stadt Höxter) alarmiert. Dort war eine Kuh in die Nethe geraten und saß im Schlamm fest. Das Tier war bis zum Bauch eingesunken und es war der Kuh nicht möglich, sich aus eigener Kraft zu befreien. Die Feuerwehr Bruchhausen forderte daraufhin ein Großtierhebegeschirr an. Die Feuerwehr Borgentreich besitzt ein solches Hebegeschirr. Im Frühling dieses Jahres hat eine Ausbildung durch den Trainer Lutz Hauch stattgefunden. (http://comcavalo.de). Nun konnte das gelernte live angewandt werden. Das Tier hatte sich komplett im Schlamm festgesaugt. Mit einer Spüldüse wurden unter dem Tier zwei Kanäle freigespült, durch die dann Tragegurte gezogen wurde. Mittels eines Teleskopladers wurde das Tier dann aus der misslichen Lage befreit. Während der gesamten Zeit, war ein Veterinär vor Ort und beurteilte immer den Zustand der Kuh.

 

Das Tier konnte anschließend wieder, durch den Eigentümer, auf seine Weide geführt werden und dort wieder zur Ruhe kommen. Die Feuerwehr Borgentreich war ca. 2h mit 6 Personen im Einsatz. Unterstützt wurden Sie durch die Löschgruppen Bruchhausen, Ottbergen und Godelheim der Stadt Höxter


KHWE investiert fünf Millionen Euro in Medizintechnik

Moderner Gerätepark für die Krankenhäuser im Kreis Höxter

15..0.2022 - Kreis Höxter

Kreis Höxter. Medizinische High-End-Technologie im Kreis Höxter: Mehr als fünf Millionen Euro hat die KHWE in den vergangenen Monaten in neue Großgeräte für ihre vier Krankenhäuser in Bad Driburg, Brakel, Höxter und Steinheim investiert. Damit setzt die Hospitalvereinigung neue Maßstäbe in der Patientenversorgung. In dem Verbund der KHWE werden jährlich etwa 33.000 Patienten stationär und 50.000 ambulant versorgt.

 

Am Institut für Radiologie, das an allen Standorten angesiedelt ist, muss es oft sehr schnell gehen. Ganz gleich, ob Patienten mit Polytrauma, akutem Abdomen oder Schlaganfall eingeliefert werden: Die Abteilung bietet dank enger Zusammenarbeit mit dem angrenzenden Medizinischem Versorgungszentrum (MVZ) Radiologie diagnostische Möglichkeiten auf höchstem Niveau und bietet ein großes Spektrum an Röntgen-, MRT- und nuklearmedizinischen Diagnoseverfahren. Bereits nach 15 Minuten kann ein vorläufiger Befund erstellt werden. Jährlich gibt es rund 60.000 radiologische Untersuchungen. Kurz gesagt: Das Institut für Radiologie ist ein wichtiges Fundament zwischen den Fachkliniken und das 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

 

Roboterunterstütztes Röntgensystem

Drei neue strahlenarme Röntgenaufnahmegeräte gehören nun zum hochmodernen Gerätepark der KHWE-Krankenhäuser. Neben den konventionellen 2D Röntgenaufnahmen ermöglicht der Röntgenscanner "Multitom Rax" am St. Ansgar Krankenhaus Fluoroskopie-Untersuchungen (Durchleuchtungsdiagnostik)  und sogar eine 3D-Bildgebung. Er liefert er eine beachtliche Bildqualität gegenüber herkömmlichen Röntgengeräten.

 

Auf Knopfdruck fahren die durch Robotertechnik gesteuerten Arme vollautomatisiert um den Patienten. Leidet ein Patient zum Beispiel unter Knieschmerzen, kann die Untersuchung im Stehen, Sitzen oder Liegen und damit in der Position erfolgen, die für ihn bequem ist. Er muss also weder umgelagert werden noch für weitere Aufnahmen den Behandlungsraum wechseln. Damit erfordern diese Untersuchungen weniger Anstrengungen, zusätzlich können dank hoher Zeitersparnis die Wartezeiten reduziert werden. Die Bilder werden direkt live auf einen Bildschirm übertragen. Es können Panoramaaufnahmen erstellt werden, bei denen beispielsweise beide Schultergelenke unter Belastung in einem Bild zu sehen sind – eine Hilfe bei der Entscheidung, ob ein operativer Eingriff ratsam ist. Üblicherweise kommt der "Multitom Rax" nur in Universitätskliniken zum Einsatz.

Die Computertomographen

In Bad Driburg und Höxter wurde in drei neue Computertomographen (CT) investiert, was die Untersuchungszeit erheblich verkürzt. Anders als Röntgengeräte ist ein CT dazu in der Lage, Körperregionen in einzelnen Schnittbildern anzuzeigen. Die Geräte liefern eine herausragende räumliche Auflösung, die eine noch präzisere Analyse der Bilder von beispielsweise Stenosen und Stents oder des Herzens allgemein ermöglichen. So können Patienten unter anderem mit einer Aortenklappen-Stenose, einem der häufigsten Herzklappenfehler, ihre minimalinvasive Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) mit uns planen. Auch lassen sich Engstellen an Bein- und Beckengefäßen oder Verkalkungen/Blutgerinnsel im Vorfeld präzise analysieren.

Bildgebende Verfahren können nicht nur zur Diagnose, sondern auch bei einer schonenden medizinischen Behandlung eingesetzt werden. Oft genügt eine lokale Betäubung. Das bedeutet, dass eine Vollnarkose nicht erforderlich ist. Die interventionelle, also eingreifende, Therapie umfasst beispielsweise die gezielte Entnahme von Gewebeproben, die Entlastung von Körperflüssigkeiten oder das Legen von Drainagen zur Therapie von Abszessen etc. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Tumordiagnostik. Mit einem CT können Lokalisation, Größe und Ausdehnung von Tumoren ab einer Größe von wenigen Millimetern sowie Metastasen bildlich dargestellt werden. Für die Klinik für Urologie bieten wir zusätzlich ein Prostata-MRT an.

m Zuge der Modernisierung des Geräteparks wurden am St. Ansgar Krankenhaus drei neue Röntgendurchleuchtungsanlagen angeschafft, von denen unter anderem auch die Kliniken für Gefäßchirurgie und Unfallchirurgie sowie die Endoskopie und das umgebaute Herzkatheterlabor inklusive neuem Herzkathetermessplatz profitieren. Darüber hinaus gehört ein weiteres Röntgenaufnahmegeräte am St. Rochus Krankenhaus in Steinheim zum neuen Gerätepark.

Artenschutz am Straßenrand

13.07.2022 - Kreis Höxter

Auch entlang der Straßen finden viele Tiere einen Lebensraum. Allerdings müssen die Grünstreifen aus Gründen der Verkehrssicherheit besonders im Sommer regelmäßig gemäht und Leiteinrichtungen freigeschnitten werden. Um dem Artenschutz Rechnung zu tragen, haben die Bauhöfe des Kreises Höxter dafür jetzt spezielle, ökologische Mähvorrichtungen im Einsatz.

 

„Der Kreis Höxter betreut ein 420 Kilometer langes Netz an Kreisstraßen. Für die Mäharbeiten sind von Mai bis Ende Oktober täglich zwei Mähfahrzeuge im Einsatz. Die Arbeiten werden von den Kreisbauhöfen in Rolfzen und Warburg so geplant, dass an keiner Stelle verkehrsgefährdende Sichtbehinderungen entstehen. Die Sicherheit aller Verkehrssteilnehmer hat immer oberste Priorität“, erklärt Heike Lockstedt-Macke, Leiterin der Abteilung Straßen des Kreises Höxter.

 

Doch die Technik mache es heute möglich, die notwendigen Mäharbeiten schonender für Insekten und Kleistlebewesen durchzuführen. Dazu hat der Kreis Höxter zwei neue Mähköpfe angeschafft.

„Der vorgebaute Ökostriegel, dessen Zinken vor dem Mähwerk laufen, vertreibt Kleinlebewesen“, erklärt Reinhard Bobbert, Leiter des Kreisbauhofes in Warburg. „Neugestaltete Y-Messer mindern den Luftstrom, sodass nur wenig Saugeffekt entsteht. Mit einer manuell einstellbaren Schnitthöhenverstellung bis zu 15 Zentimeter verbleibt Kleinlebewesen und Insekten zudem ein Sicherheitsraum.“

 

Allerdings macht Reinhard Bobbert jedoch auch deutlich: „Direkt nach Mähen wirkt das Schnittbild mit dem neuen Gerät zwar etwas unordentlicher als bisher, aber dieser Effekt ist schnell verwachsen. Es überwiegt der Mehrwert für den Naturschutz.“

 

Grundsätzlich bittet der Kreis um Verständnis für die unvermeidbaren Verkehrsbehinderungen durch Mähfahrzeuge. Alle Verkehrsteilnehmer sollten ihre Geschwindigkeit reduzieren und die Mähfahrzeuge langsam und mit ausreichendem Abstand überholen und nicht allzu eng vor dem Mäher wieder einscheren.

 

Baufortschritte

11.07.2022 - Höxter

Die Weserbrücke Höxter ist derzeit gesperrt. Der Grund ist bekannt: das Bauwerk hat statische Defizite, die den heutigen Ansprüchen des Schwerlastverkehrs nicht mehr standhalten. Zudem weist die Brücke Hohlstellen, Risse und ein ungewöhnliches Schwingverhalten auf. Hier aktuelle Bilder.


Brenntage werden grundsätzlich abgeschafft

Kreis Höxter hebt Allgemeinverfügung für die Beseitigung pflanzlicher Abfälle durch Verbrennen auf

30.06.2022 - Kreis Höxter

Der Kreis Höxter hebt seine seit 2003 geltende Allgemeinverfügung für die Beseitigung pflanzlicher Abfälle durch Verbrennen mit Wirkung zum 1. Juli auf. Damit wird es die in der Verfügung genannten Brenntage zukünftig nicht mehr geben. Die Ordnungsämter der Kommunen können das Verbrennen von Pflanzenabfall im Einzelfall allerdings zulassen.

 

„Pflanzliche Abfälle sind nach den Grundsätzen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes zu verwertende Abfälle. Für eine Beseitigung durch Verbrennen besteht in der Regel keine Notwendigkeit.“ Mit diesen beiden Sätzen beginnt die Präambel der bisher gültigen Allgemeinverfügung des Kreises Höxter. „Für die Ausnahmen von der Regel galt unsere bisherige Allgemeinverfügung“, erläutert Dr. Kathrin Weiß vom Kreis Höxter, Leiterin der Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft. So sei es unter strengen Auflagen möglich gewesen, in der Zeit von Oktober bis April in Ausnahmefällen bestimmte pflanzliche Abfälle, also Baum-, Strauch- und Heckenschnitt, zu verbrennen. 

 

Zu viele Ausnahmen von der Regel

„Leider mussten wir beobachten, dass in einigen Städten die Ausnahme zur Regel wurde und die Bürgerinnen und Bürger die Brenntage nahezu so genutzt haben, als ob es gar keine Einschränkungen gäbe“, erläutert Dr. Weiß. Um hier in Zukunft rechtliche Unwägbarkeiten auszuschließen, werde deshalb nun die am 1. September 2003 in Kraft getretene Allgemeinverfügung aufgehoben und damit Brenntage endgültig abgeschafft. „In begründeten Einzelfällen können jedoch von den Ordnungsämtern der Städte Ausnahmen zugelassen werden. Diese können jedoch grundsätzlich nur dann zugelassen werden, wenn die Verwertung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Pauschale Ausnahmegenehmigungen wie früher wird es also nicht mehr geben.“

Pflanzenabfälle, die nicht selbst verwertet werden können, sind nach den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zwingend getrennt einzusammeln und zu verwerten. Ein Verbrennen und damit eine Entsorgung von Pflanzenabfällen außerhalb dafür zugelassener Anlagen scheiden daher im Normalfall aus. „Zum Schutz der Umwelt und unserer natürlichen Ressourcen ist dies auch notwendig“, erklärt Dr. Weiß. „Baum- und Strauchschnitt sind zum Verbrennen zu schade. Sie sollen entsprechend dem abfallwirtschaftlichen Grundsatz ‚Verwerten geht vor Beseitigen‘ bevorzugt einer stofflichen oder energetischen Nutzung zugeführt werden.“ So werden über eine Kompostierung oder Vergärung aus diesen Abfällen Dünge- und Bodenverbesserungsmittel gewonnen, bei der Vergärung entsteht gleichzeitig nutzbares Biogas. „In Heizkraftwerken können durch Baum- und Strauchschnitt andere Brennstoffe ersetzt werden, was gerade angesichts der aktuellen Preisentwicklung der Rohstoffe umso mehr ins Gewicht fällt“, so Dr. Weiß.

 

Erhöhte Feinstaubbelastung

Darüber hinaus ergeben sich bei einer Verbrennung von Pflanzenabfällen weitere Nachteile. „So erhöht sich durch das Verbrennen die Feinstaubbelastung. Bei unsachgerechtem Verbrennen kann es außerdem zu starker Rauchentwicklung kommen, was die Nachbarschaft erheblich beeinträchtigt und worunter insbesondere Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen leiden“, macht Dr. Weiß deutlich. „Ebenso können durch Unachtsamkeit beim Verbrennen Igel, Kaninchen und Erdkröten, die in den aufgeschichteten Haufen Unterschlupf gefunden haben, gefährdet werden.“

 

Doch wohin mit dem wertvollen Naturgut? Diese Frage werden sich die Gartenliebhaber stellen – doch der Kreis Höxter hält Antworten bereit: „Im Idealfall über den vorhandenen Komposthaufen, ansonsten über die Bio- und gegebenenfalls die zusätzliche Biosaisontonne, die monatlichen Wertstoffsammlungen, die Deponie in Wehrden oder das Kompostwerk in Oeynhausen. Bei größeren Mengen kann es auch sinnvoll sein, einen Häcksler zu bestellen“, erläutert Dr. Kathrin Weiß. Sie bittet alle Bürgerinnen und Bürger, stets daran zu denken, dass es sich um einen Gesetzesverstoß handelt, wenn Gartenabfälle ohne Genehmigung verbrannt werden. Dieser wird als Ordnungswidrigkeit behandelt und kann mit einer Geldbuße geahndet werden – im Extremfall bis zu einer Höhe von 50.000 Euro.

 

Brauchtumsfeuer weiter erlaubt

Brauchtumsfeuer sowie die Verwendung von Brennholz (trockenes Holz) zum Kochen oder Grillen oder als Licht- und Wärmequelle in Brenn- und Feuerschalen oder bei zulässigen Lagerfeuern sind weiterhin möglich. Sie sind aus abfallrechtlicher Sicht zulässig, sofern diese nicht zu Gefahren oder Belästigungen führen. Zu der Frage, in welchen Fällen es sich tatsächlich um Brauchtumsfeuer handelt, wird auf einen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Münster vom 7. April 2004 (Az.: 21 B 727/04) verwiesen, in dem Indizien beschrieben sind, die als Anhaltspunkte für diese Beurteilung herangezogen werden können. Brauchtumsfeuer sind danach dadurch gekennzeichnet, dass eine in der Ortsgemeinschaft verankerte Glaubensgemeinschaft, Organisation oder ein Verein das Feuer unter dem Gesichtspunkt der Brauchtumspflege ausrichtet und das Feuer im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung für jedermann zugänglich ist. Hierzu gehören beispielsweise Oster- oder Martinsfeuer.


Kreis Höxter warnt vor illegalen Sammlungen von Elektroschrott
21.06.2022 - Kreis Höxter
Sie kündigen sich meist durch weithin hörbare Melodien an und fahren vorzugsweise mit ihren Transportern durch Wohngebiete: Schrottsammler. Der Kreis Höxter weist jedoch darauf hin, dass über derartige Schrottsammlungen keine Elektrogeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen entsorgt werden dürfen. „Damit die Geräte auch wirklich verantwortungsvoll verwertet werden, gehören sie in die kommunale Sammlung“, erklärt Hubertus Abraham vom Abfallservice des Kreises Höxter.

„Die Schrottsammler sind meist nur an Metall interessiert. Elektroschrott enthält aber darüber hinaus oft auch Schadstoffe wie Öl oder Kühlmittel“, erklärt Abraham. Es sei nicht gesichert, dass die fahrenden Schrottsammler nach der lukrativen Verwertung des Metalls auch für eine fachgerechte Entsorgung der verbleibenden Schadstoffe sorgen. „Das kann für die Umwelt eine große Belastung darstellen“, so Abraham.

Damit Altgeräte einem hochwertigen Recycling zugeführt werden können, Umweltgefahren vermieden und wertvolle Ressourcen geschont werden, bietet der Kreis Höxter verschiedene Entsorgungswege an: Elektrogroßgeräte wie Herd, Kühlschrank oder Waschmaschine werden kostenlos vor der Haustür abgeholt. Die Abholungstermine können über die Abfall-App oder telefonisch beim Kreis Höxter angemeldet werden. Neben den monatlichen Wertstoffannahmen in den Städten im Kreis Höxter, können Elektrogeräte jeden Freitag und Samstag kostenlos auf der Abfallentsorgungsanlage in Beverungen-Wehrden abgegeben werden.

Elektrokleingeräte wie Föhn, Rasierer oder Kaffeemaschine können sowohl bei der mobilen Schadstoffsammlung als auch in den Sammelcontainern für Metall- und Elektroschrott entsorgt werden. Fragen beantworten gerne die Mitarbeiter des Abfallservices, Tel: 05271 965 4444.


3. Weserbergland Triathlon startet am 28. August 2022: Erstmals auch Quadrathlon möglich

10.06.2022 - Kreis Höxter 

Zwei Jahre lang war es ruhig, jetzt wollen die Triathleten wieder an den Start: Der beliebte Weserbergland Triathlon geht in die dritte Runde. „Viele Sportlerinnen und Sportler können es kaum erwarten. Die Vorfreude bei allen Beteiligten ist riesig“, sagen die Organisatoren von Kreissportbund, Stadt und Kreis Höxter. Bereits jetzt gibt es über 100 Anmeldungen. Zum Neustart nach der Corona-Pause haben sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen – denn erstmals kann auch ein Quadrathlon absolviert werden.

 

„Wen Radfahren, Laufen und Schwimmen sportlich noch nicht genug herausfordern, der kann in diesem Jahr auch Paddeln“, verkündet Ludger Spiegelberg, stellvertretender Vorsitzender des Kreissportbundes Höxter. „Erstmals gibt es neben dem Triathlon auch einen Quadrathlon. Dabei muss zusätzlich zu den Triathlon-Disziplinen auch eine fünf Kilometer lange Strecke mit Kajak oder Kanu auf dem Godelheimer See absolviert werden. Damit möchten wir den Wettbewerb noch vielseitiger und interessanter machen.“

Anmeldungen zum Quadrathlon werden voraussichtlich ab dem 12. Juni über www.race-result.de möglich sein.

Während beim ersten Triathlon 2018 die Teilnehmerzahl noch auf 300 und im darauffolgenden Jahr auf 540 begrenzt war, sind sich die Organisatoren nun sicher: „Wir bekommen auch 600 hin“.

 

Die Zeichen dafür stehen gut. „Bereits jetzt haben wir über 100 Einzel- und sieben Staffelanameldungen. Und das, obwohl wir den 3. Weserbergland Triathlon noch gar nicht groß öffentlich beworben haben. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer brennen offenbar darauf, wieder mitzumachen“, sagt Kreisdirektor Klaus Schumacher. „Das ist für uns eine erstklassige Bestätigung.“ Wieder seien Anmeldungen aus ganz Deutschland eingegangen

Ein Erfolgsrezept des Triathlons: Er ist nicht nur für den erfahrenen Triathleten interessant, sondern vor allem auch für Hobbysportler/innen, die erstmals bei einem Triathlon mitmachen möchten. 

 

Ändern werden sich zudem Ablauf und Strecken des Weserbergland Triathlons im Vergleich zu 2019 – auch aufgrund der vielen Baustellen in Höxter: „Das ganze Event wird zentraler an der Freizeitanlage am Godelheimer See stattfinden“, erklärt Höxters Bürgermeister Daniel Hartmann.

 

Anmeldungen zum Weserbergland Triathlon

 

Weitere Informationen zum 3. Weserbergland Triathlon gibt es auf der Internetseite www.weserberglandtriathlon.de. Auch die Anmeldungen sind hier möglich. Teilnehmen können Jugendliche (ab16 Jahre) und erwachsene Sportlerinnen und Sportler. Die Wertung erfolgt nach Regeln des Triathlon-Dachverbands, der Deutschen Triathlon Union. Beim Quadrathlon gelten die Regelungen der Deutschen Quadrathlon Union.

 


Erster OWL-Warntag am 9. Juni 2022 um 11 Uhr: In OWL ertönen zeitgleich die Sirenen zum Probealarm

02.06.2022 - Kreis Höxter

Wenn die Sirenen heulen, warnen sie im Ernstfall vor einer Gefahrenlage. Anders ist das am ersten OWL-Warntag. Am Donnerstag, 9. Juni 2022, wird um 11 Uhr in den sechs Kreisen in OWL zeitgleich ein Probealarm ausgelöst. „Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger mit den Alarmsignalen und ihrer Bedeutung vertraut zu machen“, erklärt der Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit beim Kreis Höxter, Matthias Kämpfer. Bereits im März hatte der Kreis hierzu ein informatives Faltblatt an alle Haushalte verteilt.

 

Am OWL-Warntag werden um 11:00 Uhr flächendeckend alle 164 Sirenen im Kreis Höxter ertönen. Zuerst ist ein Dauerton zu hören, der bei einer Großschadenslage „Entwarnung“ bedeuten würde. Um 11:05 Uhr folgt eine Minute lang ein auf- und abschwellender Heulton. „Im Ernstfall ist dies ein wichtiges Warnsignal für die Bevölkerung“, so Kämpfer. Der Heulton bedeutet Gefahr und fordert die Menschen im Kreis Höxter dazu auf, den Lokalsender Radio Hochstift einzuschalten, die NINA-WarnApp zu nutzen, auf Lautsprecherdurchsagen zu achten und Hinweise auf den Internetseiten der Kreise und Kommunen zu beachten. Um 11:10 Uhr folgt am OWL-Warntag erneut ein Dauerton von einer Minute, der Entwarnung signalisiert.

 

„Bei einem Stromausfall kann ein batteriebetriebenes Radio eingeschaltet werden, zum Beispiel ein Autoradio“, sagt der Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz des Kreises Höxter, Thomas Krämer. „Am OWL-Warntag führen wir allerdings lediglich einen Probealarm durch und verbreiten deshalb keine weiteren Informationen über das Radio“, fügt er erläuternd hinzu. Die NINA-WarnApp werde aktiviert und über den Sirenentest informieren. 

 

Wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine war der für März geplante landesweite NRW-Warntag von der Landesregierung abgesagt worden. „Vielen älteren Menschen ist der Heulton noch als Fliegeralarm bekannt. Bei den Geflüchteten aus der Ukraine können die Sirenen Ängste auslösen“, begründet Fachbereichsleiter Kämpfer die Rücksichtnahme. Vor diesem Hintergrund hatten die sechs Kreise in OWL gemeinsam entschieden, auch die regelmäßig im Regierungsbezirk durchgeführten Sirenentests der Feuerwehren zeitweise auszusetzen. 

 

Doch die zunehmenden gefährlichen Unwetterlagen, wie zuletzt die Tornados im Hochstift, machen es aus ihrer Sicht notwendig, die Warnsysteme wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken und regelmäßig Probeläufe durchzuführen. „Es ist wichtig, die verschiedenen Warnmittel zu kennen und die Signale richtig zu deuten“, erklären die für den Bevölkerungsschutz Verantwortlichen der sechs OWL-Kreise. 

 

Neben dem OWL-Warntag wird in den Kreisen Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn auch der Probealarm für die Feuerwehren wieder regelmäßig durchgeführt. An jedem ersten Samstag im Monat, erstmals am 4. Juli, werden um 12 Uhr die Sirenen für die Feuerwehren getestet.

 

„Uns ist es sehr wichtig, dass die ukrainischen Geflüchteten von den Sirenen nicht überrascht werden. Deshalb bitten wir Verwandte, Bekannte und die Betreiber von Flüchtlingseinrichtungen darum, sie rechtzeitig über die Sirenentests und ihre Bedeutung zu informieren und ihnen so mögliche Ängste zu nehmen“, betont Matthias Kämpfer. 

 

Weitere Informationen zu den Warnmitteln und den Bedeutungen der Signale gibt es im Internet unter: www.warnung.nrw oder www.warnsysteme.kreis-hoexter.de. Hier kann auch der Flyer zu den Warnsignalen heruntergeladen werden.

Auffahrunfall mit 5 PKW

26.05.2022 - Godelheim 

Am 25.05.22 gegen 14.28 Uhr, befuhr der 41-jährige Fiat-Fahrer in Höxter-Godelheim die Driburger Straße und beabsichtigte nach links in den Nethegrund abzubiegen. Dieses übersahen drei nachfolgende Fahrzeugführer und fuhren jeweils auf ihren Vordermann auf. Der Linksabbieger wurde dabei leicht verletzt. Der fünfte Pkw konnte noch ein Auffahren durch Ausweichen verhindern, beschädigte aber sein rechtes Vorderrad an der Bordsteinkante.

Zwei Pkw waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die Unfallstelle war etwa 1 Stunde für die Unfallaufnahme gesperrt. Der Verkehr wurde abgeleitet. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 35.000 Euro


v.l. Stefan Fellmann, Ordnungsdezernent Stadt Höxter, Manuela Schäfer, Ordnungsdezernentin Landkreis Holzminden, Jürgen Schmits, Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Höxter und Carsten Krüger, Leiter des Rettungsdienstes des Landkreises Holzminden
v.l. Stefan Fellmann, Ordnungsdezernent Stadt Höxter, Manuela Schäfer, Ordnungsdezernentin Landkreis Holzminden, Jürgen Schmits, Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Höxter und Carsten Krüger, Leiter des Rettungsdienstes des Landkreises Holzminden

Grenzübergreifende Zusammenarbeit im Rettungsdienst

Sperrung der Weserbrücke

25.05.2022 - Höxter

Für den Kraftfahrzeugverkehr ist die Weserbrücke in Höxter bereits gesperrt. Bald wird die Sperrung auch für den Fuß- und Radfahrverkehr erfolgen. Für Einwohner, Gewerbe und Durchgangsverkehr führt die Umleitung zur Beeinträchtigung. Aber auch der Rettungsdienst ist von der Sperrung betroffen. Eine einfache Idee sorgt dafür, dass die rettungsdienstliche Notfallversorgung in der Samtgemeinde Boffzen weiterhin gewährleistet bleibt.

Die niedersächsischen Ortschaften Boffzen und Fürstenberg werden rettungsdienstlich von der Rettungswache Höxter versorgt. Daran ändert die Brückensperrung nichts, erläutert Stefan Fellmann, Ordnungsdezernent der Stadt Höxter: „Wie bereits bei der ersten Vollsperrung der Weserbrücke vor einigen Jahren wird die Versorgung durch den Rettungsdienst der Stadt Höxter durchgeführt. In enger Abstimmung mit dem Kreis Höxter als Träger des Rettungsdienstes wird ein Brücken RTW dafür verwendet. Dieser ist auf der anderen Weserseite im Bereich der ehemaligen Tankstelle „Star“ positioniert“. 

Die Idee hierzu stammt von den Rettungsdienstkräften selbst, weiß Jürgen Schmits, Leiter des Rettungsdienstes Höxter zu berichten: „Das Verfahren hat sich bereits bei der letzten Vollsperrung bewährt. Zwar wird die vorgeschriebene Hilfsfrist auch bei einer Anfahrt über die Weserbrücke in Lüchtringen eingehalten, durch die Lösung mit dem Brücken RTW kann die Eintreffzeit jedoch kompensiert werden“. 

Die gute Zusammenarbeit zwischen den Rettungsdiensten untereinander wird hier einmal mehr deutlich. „Der Rettungswagen wird vom Landkreis Holzminden zur Verfügung gestellt. Die Besatzung erfolgt im Bedarfsfall weiterhin durch den Rettungsdienst der Stadt Höxter“, erläutert Carsten Krüger, Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Holzminden. 

Dass diese Art der Zusammenarbeit nicht zum ersten Mal zum Einsatz kommt, zeigt auch ein weiteres Beispiel. „Seit 2019 hat der Landkreis Holzminden eine provisorische Rettungswache in der ehemaligen Grundschule Stahle bezogen. Dies ist aufgrund der Vollsperrung der B83 bei Steinmühle notwendig, um die vorgeschriebenen Hilfsfristen für Einsätze in der Ortschaft Grave einzuhalten“, erklärt Manuela Schäfer, Ordnungsdezernentin des Landkreises Holzminden. Der Stadt Höxter ist man vor diesem Hintergrund dankbar, dass sie ein Ausweichquartier in Stahle zur Verfügung gestellt hat. „Diese Lösungen zeigen, dass Stadt- und Landesgrenzen im Rettungsdienst nur virtuell vorhanden sind“, sind sich die Verantwortlichen einig.

Und auch wenn die Weserbrücke nun für den Fußgängerverkehr gesperrt wird, bleibt es bei der praktischen Lösung mit dem Brücken RTW. Die fußläufige Überquerung der Brücke ist im Einsatzfall für die Rettungskräfte möglich.

 


KHWE-Krankenhäuser erweitern Besuchszeiten

Neue Regelungen ab dem 18. Mai – FFP2-Masken und negativer Corona-Nachweis weiterhin erforderlich

18.05.2022 - Kreis Höxter

Wegen sinkender Inzidenzwerte gelten in den vier KHWE-Krankenhäusern in Bad Driburg, Brakel, Höxter und Steinheim von Mittwoch, 18. Mai, an erweiterte Besuchszeiten. Demnach können Patienten nun in der Zeit von 11 bis 18 Uhr Besuch empfangen.

Das Testkonzept bleibt weiterhin bestehen. Patienten dürfen täglich von einer Person besucht werden, die darüber hinaus unabhängig von ihrem Impf- oder Genesenenstatus einen offiziellen negativen Test-Nachweis (nicht älter als 24 Stunden) vorlegen muss.

 

Während des gesamten Aufenthaltes im Krankenhaus besteht weiterhin FFP2-Pflicht.

Erweiterte Testpflichten gelten weiterhin auch für Patienten. Wer einen stationären Aufenthalt in den Krankenhäusern plant, sollte sich vorab über das Testkonzept informieren.

 

Cafeterien öffnen wieder

Darüber hinaus sind die Cafeterien in den Krankenhäusern in Bad Driburg, Brakel, Höxter und Steinheim von sofort an wieder für Patienten und Besucher frei zugänglich. An den Standorten gelten verschiedene Öffnungszeiten: St. Ansgar Krankenhaus Höxter von sofort an von 8 bis 16 Uhr geöffnet; St. Josef Hospital Bad Driburg von sofort an bis zum 29. Mai von 8 bis 13.30 Uhr geöffnet und ab dem 30. Mai von 8 bis 16 Uhr; St. Rochus Krankenhaus Steinheim ab dem 23. Mai von 8 bis 16 Uhr geöffnet; St. Vincenz Hospital Brakel ab dem 30. Mai von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten können an den Wochenenden abweichen.


Rote Schuhe als Symbol gegen Gewalt an Frauen
11.05.2022 - Kreis Höxter

Der Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern im Kreis Höxter“ möchte im Rahmen der Frauenaktionswochen der Stadt Höxter vom 10. bis 20. Mai dafür sensibilisieren, dass häusliche Gewalt kein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem ist, welches sich durch alle sozialen Schichten zieht.

Mit einer Ausstellung wollen sie auf Zahlen hinweisen, die erschrecken: Fast 150 Fälle von häuslicher Gewalt gab es im vergangenen Jahr im Kreis Höxter. Rund 140 Frauen in Deutschland wurden 2020 durch ihren Partner oder ihren Ex-Partner getötet. Damit stirbt statistisch jeden dritten Tag eine Frau durch partnerschaftliche Gewalt. „Wir setzen in Form von roten Schuhen ein Zeichen der Solidarität mit von Gewalt betroffenen Frauen. Jedes einzelne Paar steht für ein Opfer, das durch Gewalt gestorben ist. Die Farbe Rot symbolisiert vergossenes Blut“, berichtet der Arbeitskreis.
    Die Ausstellung findet ihren Platz im Schaufenster von A&K Schuhmoden in der Marktstraße 33 in Höxter. Interessierte können sich dort über sogenannte „Femizide“, also den Mord an Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts, informieren und erhalten Verweise auf Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder im Kreis Höxter. „In Deutschland ist rund jede vierte Frau und jedes fünfte Kind Opfer von häuslicher Gewalt, aber aus Scham darüber schweigen viele Betroffene. Da die Gewalt überwiegend im vermeintlichen Schutzraum der eigenen vier Wände stattfindet, möchten wir ihnen Mut machen, darüber zu sprechen.“

Die Aktionsform geht zurück auf die mexikanische Künstlerin Elina Chauvet, die das Projekt „Zapatos Rojos“ (Rote Schuhe) 2009 ins Leben gerufen hat und schon in verschiedenen Ländern Aktionen mit roten Schuhen gemacht hat, um an vermisste, misshandelte, vergewaltigte und ermordete Frauen zu erinnern. Für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben, gibt es in Deutschland als Beratungsangebot des Bundesfamilienministeriums das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Unter der kostenlosen Rufnummer 08000 116 016 und mit einer Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten unterstützt, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Weitere Informationen zum Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern im Kreis Höxter“ sowie die Hilfsangebote im Kreis Höxter gibt es im Internet unter: www.am-anfang-war-es-liebe.de.



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